Lokalen Server vs. Cloud Server für JTL

Jul 10, 2022 | Server | 0 Kommentare

In diesem Beitrag stellen wir die Vor- und Nachteil bei Nutzung eines lokalen Servers für JTL gegenüber eine Cloud Server gegenüber.

Die JTL-Wawi ist eine Warenwirtschaft, die für ihren Betrieb einen Microsoft Datenbank Server (MS-SQL-Server) benötigt. Dieser SQL-Server kann dann ein oder mehrere Datenbanken verwalten.

Standardmäßig kann bei der Installation die kostenlose Express-Variante des Microsoft SQL Servers mit installiert werden. Dieser SQL Server Express läuft dann immer im Hintergrund des Rechners mit und speichert und verwaltet die Daten der JTL-Warenwirtschaft.

Alle Produkte, Produktbilder, Angebote, Aufträge, Rechnungen, Warenbewegungen und sonstigen Daten speichert die JTL-Wawi nur in diesem SQL-Server. Damit ist klar, dass die Datenbank über kurz oder lang immer größer wird.

Für den Anfang und für kleine Händler ist diese Express-Variante des SQL-Servers völlig ausreichend. Aber das Unternehmen soll ja wachsen und dementsprechend wird es auch die Anzahl der Arbeitsplätze steigen. Dann wird auch ein separater Server für den Betrieb der JTL-Wawi benötigt.

Was bedeutet ein lokaler Server für JTL-Wawi

Als lokalen JTL-Server bezeichnet man einen separaten Rechner im eigenen Netzwerk, der ausschließlich die Daten für alle Wawi-Arbeitsplätze zur Verfügung stellt. Dieser Server läuft dann rund um die Uhr und übernimmt auch die Abgleiche zum Shop und den Marktplätzen.

Gerade für Händler, die zeitgleich ihre Produkte auf verschiedenen Plattformen anbieten, ist das notwendig, da ja nach jedem Kauf die Bestände auf allen Plattformen korrigiert werden müssen, damit keine Überverkäufe passieren.

Schema eigenes JTL Server

Damit ist natürlich auch klar, dass der Server rund um die Uhr läuft und auch Strom verbraucht. Ebenfalls ist man bei einem eigenen Server auch für Datensicherung und die Wartung selbst zuständig.

Im Gegenzug liegen die Daten im eigenen Haus, das ja im Hinblick auf den Datenschutz und die DSGVO gut ist.

Der größte Vorteil eines eigenen Servers ist die Geschwindigkeit. Im eigenen Netzwerk hat man natürlich die volle Übertragungsgeschwindigkeit des Netzwerks (>=1000 Mbit/s) und die gesamte Rechenleistung des Servers steht der Datenbank und der Abgleiche zur Verfügung.

Was ist ein Cloud Server für JTL-Wawi

Auch ein SQL-Cloud-Server hat die gleichen Aufgaben, wie ein lokaler Server, nur dass er sich in einem externen Rechenzentrum befindet. Die JTL-Wawi am eigenen Arbeitsplatz ist über das Internet mit dem SQL-Server in der Cloud verbunden.

Das bedeutet aber auch, dass hier die Übertragungsgeschwindigkeit von der Bandbreite der eigenen Internetleitung abhängig ist. Wenn die Leitung ausfällt, funktioniert nicht einmal mehr die eigene Wawi. Dafür funktionieren aber die Abgleiche auf dem entfernten Server.

Schema JTL-Server in der Cloud

Sind bereits mehrere Arbeitsplätze, Packtische und Netzwerkdrucker im Einsatz, greifen diese Geräte alle separat über die Internetleitung auf den Cloud-Server zu. Kleine Internetanbindungen kommen da schnell an ihre Grenzen.

Die Rechenleistung und der Speicher können hingegen dynamisch zugewiesen werden und stellen damit kein technisches Problem dar. Aber durch Erhöhung der zugewiesenen Prozessor-Kerne und des Arbeitsspeichers steigt auch der monatliche Preis. Weiterhin ist eine neue Konfiguration des SQL Dienstes ist erforderlich, damit die geänderte Hardware auch entsprechend genutzt werden kann.

Die Vor- und Nachteile eines lokalen Servers

In der nachfolgenden Tabelle haben wir aus unserer Sicht die Vor- und Nachteile gegenübergestellt.

Lokaler ServerCloud-Server
SoftwareBetriebssystem und SQL-Server muss selbst oder IT-Firma eingerichtet werden.Betriebssystem und SQL-Server bereits betriebsfertig und kann gleich genutzt werden.
DatenschutzDaten bleiben im eigenen Haus, keine Probleme mit DSGVOExterner Dienstleister muss sich in der EU befinden und benötigen einen AV-Vertrag.
GeschwindigkeitMaximale Übertragungsgeschwindigkeit des lokalen Netzwerks. Die Geschwindigkeit des Servers ist von der verwendeten Hardware abhängig.Übertragungsgeschwindigkeit von der Upload-Bandbreite der Internetverbindung abhängig. Alle Arbeitsplätze und Geräte müssen über die Internetleitung. Die Rechenleistung kann problemlos skaliert werden.
DatensicherungMuss selbst auf der Server eingerichtet werden.Wird vom Anbieter übernommen.
WartungRegelmäßige Wartung und einspielen von Betriebssystem-Updates muss durchgeführt werden.Wartung und Betriebssystem-Updates werden vom Anbieter durchgeführt.
Kosten1-malige Anschaffungskosten + regelmäßige Wartung. Das kann über Leasing oder Finanzierung abgedeckt werden.Monatliche Nutzungskosten beinhalten auch die Backups und die Wartung..

Die Kosten für einen Server

Bei den Kosten scheiden sich die Geister. Denn die Geschwindigkeit spielt hier auch eine wichtige Rolle. Als Beispiel: Die Zeitersparnis eines Packers, der durch einen schnelleren Server jetzt am Packtisch täglich 30 Sendungen mehr verpackt, können Sie sich selbst ausrechnen.

Während der Cloud Server mit monatlichen Kosten 2–3-stelligen Bereich zu Buche schlägt, kann ein eigener Server schon mal mehrere tausend Euro kosten.

Diese Anschaffungskosten können aber über die Nutzungszeit hinweg durch Leasing oder Finanzierung abgedeckt werden, sodass die monatliche Belastung ähnlich ist.

Buchhalterisch kann das ebenfalls interessant sein. Diese Frage kann aber letzten Endes nur der Steuerberater im Detail klären.

Unsere Empfehlung

Wir empfehlen, den SQL-Cloud-Server nur Firmen mit ein bis drei Arbeitsplätzen und mit einer guten Internetanbindung. Da ist das sehr interessant.

Für größere Firmen, die mehrere Arbeitsplätze, Packtische oder Kasse/n nutzen, empfehlen wir einen eigenen lokalen Server für JTL. Hier werden Sie deutlich von der Geschwindigkeit profitieren.

Anders läuft es mit Cloud-Servern, die mehrere RDP-Dienste zur Verfügung stellen.

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